Hausregisseur des Zürcher Schauspielhauses gestaltet Globus-Schaufenster


Alexander Giesche erweckt mit einer einzigartigen und dramatischen Schaufensterinszenierung in den Globus-Hauptfilialen Zürich, Bern, St. Gallen, Luzern, Basel, Lausanne und Genf seine eigene Vision von «Stille Nacht» zum Leben. Das Highlight in Zürich ist dabei ein überdimensionaler animierter Wolf, der an der Fassade des Gebäudes entlangstreift. Die Installationen sollen die Menschen zum Innehalten bewegen. Zu sehen sind die kunstvollen Arbeiten des Münchners, die sich mit dem Thema Licht in der Dunkelheit auseinandersetzen, noch bis zum Ende der Festtage.

Globus führt mit dem Engagement des Hausregisseurs des Schauspielhauses Zürich Alexander Giesche sein Konzept fort, Künstler*innen bei der Gestaltung seiner Schaufenster eine Carte Blanche auszustellen. Giesche zeigt eine Collage von Objekten und Szenarien seiner vergangenen Arbeiten. Er spannte zudem mit Künstlerkollege Luis Krawen zusammen, der ein LED-Lagerfeuer und das Wolfrsrudel in Hologrammform beitrug. Zu hören ist des weiteren eine von Ludwig Abraham komponierte Version von «Stille Nacht». Abraham ist Komponist, Musiker und Regisseur und, wie auch Krawen, am Schauspielhaus Zürich engagiert. Konzipiert und realisiert wurde die Installation von der Zürcher Designagentur Studio Voile.

Inszenierung von Alexander Giesch

Alexander Giesche nimmt Bezug zu einer Naturkatastrophe

Giesche nimmt mit seinen Installationen unter anderem Bezug auf das Jahr 1815, als einer der grössten Vulkanausbrüche der Menschheitsgeschichte in Indonesien über 70’000 Menschen tötete und zahlreiche weitere Katastrophen auslöste. In Europa etwa kam es zu schweren Unwettern und aufgrund der gigantischen Aschenwolke im Folgejahr fiel der Sommer aus. Das Klima war abgekühlt und hatte viel Schnee gebracht. Die Schneeschmelze wiederum führte zu dramatischen Überschwemmungen.

Zusammen mit den niedrigen Temperaturen führten die heftigen Niederschläge zu grossen Ernteausfällen, die die letzte grosse Hungersnot in Europa 1817 herbeiführten. Die Feuchtigkeit bot Krankheiten wie Typhus eine Brutstätte. Eine Kaskade furchtbarer Ereignisse nahm ihren Lauf. Die Schweiz war von den Auswirkungen des Ausbruchs, die noch bis ins Jahr 1819 bemerkbar waren, besonders stark betroffen. In diesen dunklen, tragischen Jahren entstand «Stille Nacht» in Österreich, das bis heute bekannteste und beliebteste Weihnachtslied der Welt. Als trostspendendes Lied, das man gemeinsam sang, verbreitete es sich weltweit wie ein Virus, ein viraler Hit.

Natürlich wird so auch die Frage reflektiert, in welchem Sturm sich die Welt derzeit gerade befindet. Alexander Giesche will die Passantinnen und Passanten mit seiner festlichen, theatralischen Kunst dazu einladen, kurz innezuhalten und den Blick vom Handy zu heben.

Der Münchner Alexander Giesche war von 2012 bis 2014 Artist in Residence am Theater Bremen, bevor er das Projekt Future Shock an den Münchner Kammerspielen realisierte. Für seine Arbeit «Der Mensch erscheint im Holozän» wurde er mit dem 3Sat Preis des Berliner Theatertreffens, dem Nestroy-Preis sowie jüngst mit dem Schweizer Theaterpreis ausgezeichnet. Derzeit ist Giesche als Hausregisseur des Zürcher Schauspielhauses

Titelbild: Inszenierung von Alexander Giesch.